Zusätzliche Informationen
Unser Leinöl stammt ausschließlich aus deutscher Bio-Leinsaat. I. d. R. bauen wir regional an. Unsere Demeter-Anbaugebiete liegen u. a. in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg.
Herkunft und Verbreitung
Der Lein (linum usitatissimum) gehört seit mehr als 10.000 Jahren zu den ältesten Kulturpflanzen. In Europa sind die ältesten Funde in der Schweiz vor etwa 8.000 Jahren in Pfahlbausiedlungen bekannt. Bereits von den Ägyptern, Assyrern und Mesopotamiern wurde er ab 2.500 v. Chr. als vielseitige Nutzpflanze für die Ernährung von Mensch und Tier und zur Herstellung von Kleidung angebaut. Den vor der Fütterung zermalmten und eingeweichten Leinsamen wurden positive Eigenschaften für die Gesundheit und das Aussehen der Tiere zugesprochen.
Unterschieden werden heute die Sorten Faserlein, auch Flachs genannt (hochwüchsige Pflanze mit langem Stiel) und Öllein (kleinwüchsige Pflanze). Der einjährige, bis zu 70 cm hochwachsende Öllein mit zartblauer Blüte erstrahlt in vielen zarten Blautönen Ende Juni/Anfang Juli nur für kurze Zeit. Geerntet wird — wetterabhängig — zwischen Mitte August und September.
Heute wird die wertvolle Kulturpflanze überwiegend in Ungarn, Rumänien, Kanada, Argentinien, China, Russland und Indien angebaut. In Deutschland weicht der Leinanbau — leider — zunehmend dem Raps- und Maisanbau. Die von uns zur Ölpressung verwendeten Bio-Leinsamen werden ausschließlich aus Deutschland bezogen und sind über die deutschen Bio-Bauern 100%ig rückverfolgbar.
Die im Leinöl enthaltenen Omega-3-Fettsäuren (ALA) tragen zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei. Diese positive Wirkung tritt bei einer täglichen Aufnahme von mindestens 2 g ALA ein.
Herstellung
Das Leinöl wird schonend durch 1. Kaltpressung bei Temperaturen zwischen 30–37 °C hergestellt. Es wird direkt nach dem Pressen ungefiltert abgefüllt. Dadurch wird gewährleistet, dass Vitamine, Vital- und Mikronährstoffe und andere — zum ursprünglichen Eigenschutz der Pflanze — vorhandene Sekundärstoffe im Öl erhalten bleiben.
Der Zusatz „nativ" bedeutet: Verzicht auf jegliche thermische Vor- und Nachbehandlung während der Ölherstellung, wie Vorkochen der Saat oder nachträgliche Wasserdampfbehandlung (Desodorierung).
Anwendung
Wegen des hohen Anteils an mehrfach ungesättigten Fettsäuren darf das goldgelbe Leinöl nicht erhitzt werden. Bei Überschreitung des Rauchpunkts von ca. 90 °C wird die dreifach ungesättigte α-Linolen-Säure (ALA) = Omega-3-Fettsäure zerstört.
Eine positive Wirkung auf den Cholesterinspiegel kann Leinöl bei einer täglichen Aufnahme von mind. 2 g ALA haben, welche sich bereits durch 1 EL Leinöl erreichen lässt. Wegen der hohen Omega-3-Anteile gilt Leinöl in der Naturheilkunde als bewährtes und geschätztes Mittel für verschiedene therapeutische Anwendungen und eine ausgewogene Ernährung.
Das sich durch einen leicht nussigen Eigengeschmack auszeichnende und mild schmeckende Leinöl eignet sich besonders als Nahrungsergänzung. Die Zugabe von Leinöl nach dem Kochen, Garen oder Dünsten verfeinert das Aroma der Speisen.
Speisen
Leinölquark (Magerquark angerührt mit ca. 10 % frischem Leinöl pur) ist in vielen geschmacklichen Variationen ein ausgesprochen nahrhaftes Gericht. Beliebt sind sowohl die „pure" Variante zum Frühstück, die oft auch mit Banane und frischem Obst angereichert wird, als auch die sog. herzhafte Variante mit frischen oder gefriergetrockneten Kräutern zum Verzehr von „Ofen- oder Pellkartoffeln".
Die Verbindung von Leinöl (Alpha-Linolensäure) und Magerquark (speziell die darin enthaltenen schwefelhaltigen Aminosäuren) stellt eine geeignete Voraussetzung für weitere biochemische Vorgänge dar. Durch körpereigene Enzyme kann aus Alpha-Linolensäure (ALA) über mehrere Schritte die fünffach-ungesättigte Eicosapentaensäure (EPA) bzw. die sechsfach ungesättigte und entzündungshemmende Docosahexaensäure (DHA) hergestellt werden. Alleine durch Leinöl kann der Bedarf an DHA und EPA nicht gedeckt werden, so dass für eine ausreichende Zufuhr der Verzehr von fettigen Fischen (u. a. Makrele, Lachs, Hering) oder veganen Alternativen auf Algenölbasis erforderlich ist.
Haltbarkeit und Gebrauch
Das kaltgepresste Leinöl ist sehr empfindlich gegen Sauerstoff, Licht und Wärme. Es darf nicht erhitzt und sollte ab Pressung innerhalb von 3 Monaten aufgebraucht werden. Es muss nach dem Öffnen kühl und lichtgeschützt gelagert sowie nach dem Öffnen innerhalb von 4–6 Wochen aufgebraucht werden. Durch Einfrieren (−20 bis −24 °C) kann die Haltbarkeit des Leinöls qualitätsneutral auf 6 Monate ausgedehnt werden.


